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Das Projekt „Ü 17“: Jugendmotivation bei der Feuerwehr Hattingen

Das Projekt „Ü17“ wurde im Jahr 2011 durch die Abteilung Sicherheit (37 SiK) bei der Feuerwehr Hattingen eingeführt.

Hinter dem Kürzel „Ü17“ steht der Versuch, die Jugendfeuerwehrmitglieder, die bereits 17 Jahre alt sind, schon vor dem offiziellen Eintritt in den „aktiven“ Einsatzdienst in die Arbeit der für sie später zuständigen Löschzüge einzubinden.

Nach dem 17. Geburtstag werden die Jugendfeuerwehrmitglieder mit der Einsatzkleidung der aktiven Kräfte ausgestattet, so dass sie schon mal „optisch“ zur Einsatzabteilung des jeweiligen Löschzuges gehören. Es folgt die Teilnahme am Übungsdienst und am sozialen Umfeld des Löschzuges.

Um einen „Sprung ins kalte Wasser“ zu vermeiden, begleiten die Jugendwarte das neue „Löschzugmitglied“ in seine Einheit. Aufgrund der Strukturen in der Jugendfeuerwehr ist es derart organisiert, dass mindestens ein Ausbilder aus jedem Betreuerteam auch in dem jeweiligen Löschzug tätig ist. So kann sichergestellt werden, dass weiterhin immer ein vertrauter Ansprechpartner vor Ort ist.

Welche Vorteile hat die Einführung dieses „Schnupperjahres“ mit sich gebracht?

Durch interessante und abwechslungsreiche Jugendarbeit haben die drei Hattinger Jugendgruppen ständig neue Mitglieder gewonnen, so dass hier Kapazitätsgrenzen erreicht wurden und Wartelisten entstanden sind. 

Für diejenigen, die bereits mit dem 10. Lebensjahr in die  Jugendfeuerwehr eintreten, sind sieben Jahre Dienstzeit in der Jugendfeuerwehr schon eine lange Zeit.  Aufgrund der über diesen langen Zeitraum gleichbleibenden Inhalte der Jugendarbeit lässt die Motivation der 15 bis 18-jährigen zum Ende der Jugendfeuerwehrzeit oftmals nach.

Durch das Projekt „Ü17“ kommen die Jugendfeuerwehrmitglieder schon früher mit den weiterführenden Aufgaben in Kontakt, indem sie am Dienstbetrieb des späteren Löschzuges teilnehmen.  Somit können sie langsam an ihre zukünftigen Aufgaben herangeführt werden. 

Die bisherigen Erfahrungen seit Einführung des Projekts „Ü-17“ haben gezeigt, dass sich diese vorherige Einführung sehr positiv auf das Selbstbewusstsein der neuen Mitglieder in der aktiven Wehr ausgewirkt hat.

Ausbildungstechnisch wird in diesem „praktischen Jahr“ neben der Standortausbildung auch die Grundausbildung Truppmann in den Modulen I und II, sowie teilweise auch III und IV angeboten. 

Natürlich galt es auch rechtliche und sicherheitstechnische Belange im Vorfeld zu auszuräumen. Daher wurde für das Projekt „Ü17“ eine eigene Dienstanweisung erlassen. Hier ist insbesondere geregelt, dass die Jugendlichen nur im Einsatzfall und unter ständiger Begleitung eines erfahrenen Feuerwehrangehörigen an die Einsatzstelle (außerhalb des Gefahrenbereiches) herangeführt werden dürfen. Alarmfahrten sind nicht gestattet. Ferner werden die Mitglieder im praktischen Jahr auch nicht mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Vielmehr soll nur der Einsatzfall zustande kommen, der während einer Dienstveranstaltung eintreten könnte, bei dem die Jugendlichen anwesend sind. Auch die Teilnahme an belastenden Einsätzen mit z.B. Schwerverletzten bzw. Schwerstverletzten wird den 17-jährigen durch die Dienstanweisung untersagt. Durch eine regelmäßige Belehrung über diese Dienstanweisung sowie das Kontinuitätskonzept in der Sicherheitsunterweisung gemäß UVV-Feu, fügt sich dieser Modellversuch auch vollständig in das Sicherheitskonzept der Feuerwehr Hattingen ein. 

Ferner erfolgte eine Abstimmung mit der Unfallkasse NRW, die dieses Projekt unter Berücksichtigung der Auflagen der Dienstanweisung als gute und praktikable Lösung erachtet hat. 

Für die Feuerwehr Hattingen ist dieses Konzept ein absolutes Erfolgsmodell. Durch den früheren Übertritt aus der Jugendfeuerwehr können neue Interessenten schneller aufgenommen werden. Denn das Interesse an der Jugendfeuerwehr ist nach wie vor sehr groß.

Für die Löschzüge bedeutet der frühere Übertritt die Möglichkeit, die neuen Mitglieder eher und damit noch besser in die Löschzugarbeit einzubinden. Für die Jugendlichen selbst gestaltet sich die Feuerwehrarbeit mit Übertritt in den Löschzug als neuer, interessanter Abschnitt in der Feuerwehrlaufbahn. 

In den letzten Jahren konnten so rund 80% der Jugendfeuerwehrmitglieder an die aktiven Einheiten überstellt werden. Die Jugendfeuerwehr ist somit weiterhin das Fundament für den Fortbestand der freiwilligen Feuerwehr. 

Kontaktdaten

Feuerwehr Hattingen
Wildhagen 2
45525 Hattingen

Tel.: (02324) 59090
Fax: (02324) 5909114