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Feuerwehrmann zeigt Kind, wie man einen Schlauch hält

Projekt zur interkulturellen Öffnung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Arnsberg

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Arnsberg hat im Februar 2011 ein mehrstufiges Projekt zur interkulturellen Öffnung der Wehr gegenüber den Migrantengruppen in der Stadt Arnsberg initiiert. Hervorgegangen ist dieses Projekt aus dem Arbeitskreis „Feuerwehr und Migranten“, der am 9. Juli 2009 im Regierungsbezirk Arnsberg zur Vorbereitung und Begleitung der interkulturellen Öffnung der Feuerwehren im Regierungsbezirk gegründet wurde. In diesem Arbeitskreis engagieren sich auf ehrenamtlicher Basis Vertreter von Feuerwehren aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem Hochsauerlandkreis sowie aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Arnsberg hat als erste Stufe ihres Projekts, aufbauend auf den Ergebnissen und Empfehlungen des Arbeitskreises und unter Federführung ihres ehrenamtlich tätigen Pressesprechers und Arbeitskreismitglieds Peter Krämer, im Rahmen einer Auftaktveranstaltung einen ersten Kontakt zu den Kulturvereinen der Stadt Arnsberg geknüpft.

Die Vorstände dieser Vereine, die die Migrantengruppen in der Stadt Arnsberg repräsentieren, kamen auf Einladung des Leiters der Arnsberger Feuerwehr, Bernd Löhr, am 8. Februar 2011 in der Feuerwache in Arnsberg-Neheim zu einer Kennenlernveranstaltung zusammen, in deren Rahmen sich die Arnsberger Feuerwehr zunächst mit ihren Aufgaben und ihrer Struktur vorstellte. Anschließend wurde den Abordnungen der Kulturvereine seitens der Wehr das Angebot unterbreitet, dass die Arnsberger Feuerwehr in Person ihres Pressesprechers die Vereine besucht und dort allen interessierten Mitgliedern die Feuerwehr vorstellt sowie Tipps zum häuslichen Brandschutz gibt.

Dieser Abend wurde durch den ebenfalls anwesenden Kreisbrandmeister des Hochsauerlandkreises außerdem genutzt, um die Kulturvereine auf den im Oktober 2011 geplanten Kreisfeuerwehrtag hinzuweisen, der im Arnsberger Sauerlandtheater stattfinden und die interkulturelle Öffnung der Feuerwehren des Hochsauerlandkreises als Leitthema haben wird. In diese Veranstaltung sollen die Kulturvereine durch die Gestaltung des kulturellen Rahmenprogramms aktiv mit einbezogen werden. Die Resonanz der Kulturvereine auf diese Auftaktveranstaltung war sehr positiv.

Die ersten Folgeveranstaltungen wurden zwischenzeitlich bereits durchgeführt. So besuchte Pressesprecher Peter Krämer beispielsweise den in Arnsberg-Hüsten beheimateten marokkanischen Kulturverein sowie den Kulturverein „Nadezda“ der in Arnsberg lebenden Russland-Deutschen und hielt dort Vorträge mit dem vorstehend beschriebenen Inhalt. Außerdem beteiligte sich die Feuerwehr aktiv an dem Sommerfest des portugiesischen Kulturvereins mit einer Fahrzeugschau und einer Beratung zur Installation von Rauchmeldern in Privatwohnungen sowie an dem Familienfest der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Arnsberg mit einer Spritzwand für die Kinder und einer Fachberatung zu Rauchmeldern. Weitere Veranstaltungen sind in Planung. So ist beabsichtigt, die Orte von planmäßig stattfindenden Übungen der Feuerwehr vermehrt in Wohngebiete mit erhöhtem Migrantenanteil zu legen, um diese Bevölkerungsgruppe gezielt auf die Aktivitäten der Feuerwehr aufmerksam zu machen.

Personen sitzen in einem Garten auf Bierbänken und grillen

Die Arnsberger Feuerwehr verfolgt mit diesem Projekt zum einen den Abbau von bestehenden Unsicherheiten und Barrieren zwischen den Migranten und der Feuerwehr. So soll diese Bevölkerungsgruppe über den Aufbau und die Aufgaben der Feuerwehren in Deutschland und speziell in der Stadt Arnsberg informiert werden. In einigen Herkunftsländern sind die Feuerwehren militärisch oder quasi-militärisch organisiert, wodurch die dortige Bevölkerung ein eher distanziertes Verhältnis zu dieser Einrichtung hat. Viele Migrantinnen und Migranten sind auch über die Möglichkeit einer aktiven ehrenamtlichen Mitwirkung in den deutschen Feuerwehren überhaupt nicht informiert und ziehen diese Möglichkeit daher gar nicht in Betracht.

Außerdem sieht die Arnsberger Feuerwehr in dieser Initiative eine Möglichkeit zur künftigen Sicherstellung einer ausreichenden personellen Ausstattung. Zwar bestehen in Arnsberg in dieser Hinsicht derzeit noch keine Engpässe, jedoch ist insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des absehbaren „Kampfes um die Köpfe“ bei der Nachwuchswerbung die möglichst frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Problemfeld empfehlenswert. So soll dieses Projekt auch einen Beitrag zur Sicherung der langfristigen Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Arnsberg leisten.

Dieses Projekt findet mit seinen Zielen, Inhalten und Ergebnissen darüber hinaus auch Eingang in eine Projektarbeitsgruppe (PAG) der Bezirksregierung Arnsberg, die den Auftrag hat, ein Integrationskonzept für den Regierungsbezirk zu erarbeiten. In dieses Konzept sollen unter anderem die Zuständigkeiten der Bezirksregierung, die einen Integrationsbezug aufweisen, eingearbeitet werden. So fungiert der ehrenamtliche Pressesprecher der Arnsberger Feuerwehr Peter Krämer, der im Hauptamt Bediensteter der Bezirksregierung Arnsberg im Dezernat 22 (Nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr, Katastrophenschutz, Feuerschutz, Kampfmittelbeseitigung) ist, hier als Bindeglied zwischen der Arnsberger Feuerwehr und der Bezirksregierung und bringt auf diesem Wege die Erkenntnisse, die aus diesem Projekt gewonnen werden können, in die Arbeit der PAG ein.

Der Verlauf des Arnsberger Pilotprojekts wird nicht zuletzt auch Gegenstand der weiteren Erörterungen in dem bezirksweiten Feuerwehr-Arbeitskreis „Feuerwehr und Migranten“ sein. Die Erkenntnisse, die aus diesem Vorhaben gewonnen werden, können hierbei als Grundlage für ähnliche Bestrebungen der Feuerwehren im Regierungsbezirk Arnsberg und im Land Nordrhein-Westfalen dienen.

Kontaktdaten

Feuerwehr Arnsberg
Alter Graben 15
59755 Arnsberg

Tel.: 02932 201-2050