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Auslöser: Nachwuchsprobleme

Ein Blick auf die Ausgangslage

Tafel

Auch wenn in NRW noch kein flächendeckendes Nachwuchsproblem festzustellen ist, so schwinden in einigen Städten und Gemeinden bereits jetzt die Mitgliederzahlen. Um dem entgegenzuwirken, auch unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und um größeren Problemen in der Zukunft früh genug vorzubeugen, ist es wichtig, kontinuierliche und nachhaltige Nachwuchsarbeit zu leisten.

Ohne die nachrückende Jugend, die zumeist aus der Jugendfeuerwehr in die Aktive Wehr überwechselt, könnte manche Freiwillige Feuerwehr nicht mehr bestehen.

 Bei der Nachwuchsgewinnung von Kindern für die Jugendfeuerwehr lassen sich mancherorts jedoch bereits nachteilige Tendenzen feststellen. Die Konkurrenzsituation durch andere Vereine und Aktivtäten ist groß und Kinder entscheiden sich meist recht früh für ein Hobby. Wenn die Kinder mit 10 Jahren in das Alter kommen, in die Jugendfeuerwehr eintreten zu dürfen, haben einige bereits ein oder sogar mehrere andere Hobbys, sodass viele von ihnen ein weiteres Hobby, die Jugendfeuerwehr, nicht mehr in ihren Alltag integrieren können oder wollen. Glücklicherweise ist dieses Phänomen noch nicht so weit verbreitet, sodass die Jugendfeuerwehr NRW im Gesamten noch kein Mitgliederproblem zu verzeichnen hat. 

Damit dies zukünftig auch so bleibt und die Jugendfeuerwehren, die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung haben, Möglichkeiten gezeigt bekommen, ist es wichtig, dass sich auch die Feuerwehr weiter öffnet und sich aktiv um ihre jungen potentiellen Mitglieder kümmert. Die Schule stellt hierbei einen äußerst wichtigen Faktor da. Nirgendwo sonst können mehr Kinder auf einmal erreicht werden, als in der Schule. Gerade das Thema Feuerwehr ist bei Kindern sehr beliebt und löst strahlende Gesichter aus. Hier gilt es anzuknüpfen und die Begeisterungsfähigkeit der Kinder sinnvoll und effektiv zu nutzen.


Unsere Pilotidee

Grundsätzlich ist jede Form des Engagements von Feuerwehren in Schulen ein Gewinn.

Hierbei ist zu betonen, dass es jedoch kein Patentrezept gibt welche Art des Engagements besonders gewinnbringend ist. Vielmehr ist es entscheidend, dass sich die Konzepte am örtlichen Bedarf und der jeweiligen Leistungsfähigkeit der Feuerwehr sowie der Schule orientieren.

Daher wurde den Pilotfeuerwehren von Seiten des Projektes keine spezifischen Vorgaben hierzu gemacht.

Für uns ist entscheidend, dass die Konzepte unserer Pilotfeuerwehren langfristig und nachhaltig angelegt sind.

Hierbei sollen nicht nur Grundschüler Beachtung finden, sondern es werden weitere Schwerpunkte bei den 15-16Jährigen und den junge Erwachsenen gesetzt. Es ist spürbar, dass teilweise auch im jugendlichen Alter ein Wegbruch der Mitglieder festzustellen ist, sei es wegen fehlender Motivation, dem Gefühl einer zu geringen Herausforderung oder Interessensverlagerungen. Daher soll auch gerade in diesem Bereich verstärkt motivierend gearbeitet werden.

Mit der Pilotidee sollen Ideen verbreitet und Möglichkeiten eröffnet werden, junge interessierte Menschen für die Feuerwehr zu begeistern. Einerseits wird den Kindern und Jugendlichen u.a. die Möglichkeit geboten, fit in Erster Hilfe zu werden oder grundlegendes Wissen und richtiges Verhalten in Notfällen zu erlernen, andererseits wird ein Anreiz geschaffen, selbst aktiv zu werden und in die Jugendfeuerwehr oder die Freiwillige Feuerwehr einzutreten, weil sie während der Pilotphase Teamfähigkeit und gegenseitige Unterstützung kennengelernt haben, je nach Alter technisches Interesse geweckt wurde und / oder sie sich sozial engagieren möchten und in der Feuerwehr die für sie richtige Organisation gefunden haben. Dies alles sind wünschenswerte Aspekte, deren Umsetzung wir in die Hände motivierter Pilotfeuerwehren gelegt haben.


Unsere Förderung der Pilotfeuerwehren

Das Projekt Feuerwehrensache unterstützt die Pilotfeuerwehren auch mit Sachmitteln. Die Pilotfeuerwehren können über ihre Kommunen, als Träger der Feuerwehr, Anträge auf die Beschaffung von Sachmitteln an das Projekt stellen. Um die Nachhaltigkeit des vorbildlichen Engagements zu gewährleisten, überträgt das Land NRW den Kommunen das Eigentum an den beschafften Gegenständen.

Beispielhaft wurden bereits folgende Beschaffungen durch das Projekt bewilligt:

  • 15 Sätze Jugendfeuerwehr Bekleidung für die Schüler
  • Helme und Handschuhe
  • Notebook
  • Beamer und mobile Leinwand
  • Multiboard
  • Moderatorenkoffer
  • Beamer
  • 15 Jugendfeuerwehrhelme und -handschuhe
  • 16 Sätze Jugendfeuerwehr Bekleidung
  • Lehrfilme
  • Beamer
  • Kleinlöschgeräte
  • Rauchdemohaus
  • Mobiles Feuerlöschübungsgerät (gasbetrieben)
  • Übungsfeuerlöscher
  • akkubetriebene Nebelmaschine
  • Convertible PC und Beamer

Das durch das Projekt geförderte Rauchdemohaus im Einsatz

Den Schülern der Feuerwehr AG der Feuerwehr Wassenberg wird anschaulich die Rauchausbreitung erläutert.
Feuerwehr AG Rauchhaus
Feuerwehr AG Rauchhaus
Feuerwehr AG Rauchhaus
Feuerwehr AG Rauchhaus

Die wissenschaftliche Begleitung

IFM Uni Siegen

Das Institut für Medienforschung ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Siegen. Es betreibt sowohl Grundlagen- als auch Auftragsforschung im Bereich moderner Massenmedien und neuer Kommunikationsformen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung der UAG Schule befragt das Institut für Medienforschung sowohl die teilnehmenden Schüler als auch die Leiter und Lehrenden von Feuerwehr-AGs. Auf Seiten der Schüler werden u.a. das Wissen über und die Einstellung zur Freiwilligen Feuerwehr erhoben. Zusätzlich werden Vergleichsgruppen mit Schülern anderer AGs gebildet, um Wissens- und Einstellungsänderungen durch die Teilnahme an der Feuerwehr-AG erfassen zu können. Diese Erhebungen finden zu Beginn und Ende der AG statt. So kann beobachtet werden, wie sich die Teilnahme an der AG auf das Wissen und die Einstellung der Schüler auswirkt.

Um interessierten Feuerwehren den Zugang zu erleichtern und einen Eindruck von den bereits durchgeführten Feuerwehr-AGs zu vermitteln, werden auch die AG-Leiter und -Lehrenden befragt. Dabei geht es u.a. um die Erfahrungen mit den Schülern und die vermittelten Inhalte. Das Wissen und die Erfahrungen der am Pilotprojekt „Schule“ teilnehmenden Feuerwehren können so konserviert werden und anderen Feuerwehren zur Orientierung und ggf. als Planungsgrundlage dienen. 

Kontakt zur AG Leitung

Marianne Wolf

Marianne Wolf

Regierungsdirektorin

Tel: 0211 871-2121

E-Mail

Institut für Medienforschung

Toni Eichler

Toni Eichler

M.A. Medienwissenschaft

Tel: 0271 740-3350

E-Mail; Homepage