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PROBLEMBESCHREIBUNG

Das Bild der Feuerwehr zeigt sich bis heute nach wie vor größtenteils monokulturell. Der klassische Feuerwehrangehörige ist männlich und hat keinen Migrationshintergrund. Die Studie „Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 –2004“ beziffert den Anteil der in der Feuerwehr und den Rettungsdiensten engagierten Migrantinnen und Migranten auf nur ein Prozent, wobei nicht zwischen ehrenamtlichen Feuerwehren und Rettungsdiensten differenziert wird. Sowohl die Struktur als auch die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland ist Migrantinnen und Migranten größtenteils unbekannt. Eine Ursache hierfür ist sicherlich darin zu sehen, dass in der Öffentlichkeit nicht zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr differenziert wird. Darüber hinaus bestehen in einigen Ländern (wie z.B. in der Türkei) enge Verbindungen zwischen der Feuerwehr und dem Militär. Diese Vorstellung wird häufig auf das deutsche Feuerwehrsystem übertragen und scheint unter Migrantinnen und Migranten verbreitet zu sein.

Das Informationsdefizit bei Migrantinnen und Migranten über die Struktur und Organisation der Freiwilligen Feuerwehr stellt aus Sicht der Unterarbeitsgruppe Migration eine der zentralen Ursachen für die Unterrepräsentanz von Migrantinnen und Migranten in der Freiwilligen Feuerwehr dar.

Pilotideen

1. Informationsveranstaltungen und Grundlagenseminare zur interkulturellen Kompetenz

Die Grundlagenseminare zur Interkulturellen Kompetenz für alle interessierten Feuerwehrangehörigen werden unter der Bezeichnung „Vielfalt schä(ü)tzen- Chancen des interkulturellen Dialogs für die Feuerwehren“ in der jeweiligen Pilotfeuerwehr angeboten. Die Seminarleitung wird von Dozentinnen des Deutschen Feuerwehrverbandes übernommen. Inhaltlich werden im Rahmen der Seminare aktuelle Fragestellungen zu den Themenbereichen Vielfalt/Diversity und interkultureller Öffnung behandelt und ein konkreter Bezug zur Bedeutung der Begriffe für die jeweilige Feuerwehr hergestellt. Dieser Bezug soll durch ergänzende maßgeschneiderte Module hergestellt werden, die in Abstimmung mit Ihrer Feuerwehr entwickelt werden. Daher bitten wir Sie, Ihrer Bewerbung Informationen über spezifische Problemstellungen zur Interkulturellen Kompetenz in Ihrer Feuerwehr beizufügen. Die Seminare zeigen Handlungsmöglichkeiten auf, wie Vielfalt im Alltag der Feuerwehr gelebt werden kann. Chancen und Potenziale der Interkulturellen Öffnung werden verdeutlicht, Befürchtungen und Unsicherheiten abgebaut. Hinweis: Eine Bewerbung für die Durchführung von Informationsveranstaltungen kann nur in Verbindung mit einer Bewerbung für Grundlagenseminare zur Interkulturellen Kompetenz erfolgen. Hintergrund ist, dass Migrantinnen und Migranten, die eine Informationsveranstaltung besucht haben und sich für eine Mitwirkung in der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort interessieren, durch bereits geschulte Feuerwehrmitglieder empfangen werden sollen.

  • Informationveranstaltung für Migrantinnen und Migranten
    Die Informationsveranstaltungen für Migrantinnen und Migranten mit dem Titel "Wir schützen Sie! - Ihre Feuerwehr stellt sich vor" werden von Mitgliedern der jeweiligen Pilotfeuerwehr in Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen durchgeführt. Eine enge Begleitung erfährt die jeweilige Pilotfeuerwehr hierbei durch das Elternnetzwerk NRW, das den Erstkontakt zu Migrantenselbstorganisationen herstellt und der Pilotfeuerwehr während der Pilotphase beratend zur Seite steht. Die Veranstaltungstermine (frühestens ab Ende November 2014) sind in Absprache mit den Migrantenselbstorganisationen frei wählbar. Die Informationsveranstaltungen finden bei Migrantenselbstorganisationen vor Ort als Tages-/ oder Halbtagesveranstaltung statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im Rahmen der Veranstaltung über die Organisation und Struktur der Feuerwehr sowie die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements und die Steigerung ihrer Selbsthilfefähigkeit durch Brandschutztipps informiert. Die Herstellung eines nachhaltigen persönlichen Kontakts zwischen Feuerwehren und Migrantinnen und Migranten stellt eine wesentliche Voraussetzung dar, um gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu schaffen. Die Freiwillige Feuerwehr Arnsberg hat bereits einige Veranstaltungen, die u.a. dem gegenseitigen Kennenlernen dienten, z.B. mit dem Marokkanischen Kulturverein Arnsberg oder z.B. im Rahmen einer Brandschutzübung mit dem portugiesischen Kulturverein der Stadt Arnsberg durchgeführt und dabei sehr positive Erfahrungen gemacht. Eine „Gegeneinladung“ zu Veranstaltungen des Kulturvereins folgte umgehend. Bei den Informationsveranstaltungen darf insbesondere nicht der Eindruck entstehen, die Feuerwehr versuche lediglich in Folge des demografischen Wandels bzw. aufgrund der rückläufigen Mitgliederzahl einen Zuwachs an Migrantinnen und Migranten in der Freiwilligen Feuerwehr zu generieren. Stattdessen ist es im Rahmen der Außendarstellung entscheidend, ernsthaftes Interesse und Freude an einer „bunten“ Feuerwehr zu signalisieren.
  • Informationsveranstaltungen in Schulen
    Die Informationsveranstaltungen in Schulen richten sich nicht gezielt an Migrantinnen und Migranten, sondern sind als allgemeine Informationsveranstaltungen organisiert, die über die Struktur und die Möglichkeiten der Mitwirkung in der Freiwilligen Feuerwehr informieren. Zeitlich werden für einen Veranstaltungstermin ca. 1-2 Unterrichtsstunden. Im Rahmen der Veranstaltung stellt sich die jeweilige Pilotfeuerwehr selbst vor.

2. Multiplikatorenseminare und Ansprechpartner/in für Integration

Die Multiplikatorenseminare werden im Nachgang zur Teilnahme an einem Grundlagenseminar mit der Bezeichnung „Auf dem Weg zur Vielfalt: Wir machen die Feuerwehr bunt! - Multiplikatoren-Seminar für Feuerwehrangehörige“ für alle interessierten Feuerwehrangehörigen in der jeweiligen Feuerwehr vor Ort als Tagesseminare angeboten. Seminartermine können individuell vereinbart werden. Zur Durchführung der Seminare stehen Dozentinnen des Deutschen Feuerwehrverbandes zur Verfügung. Nach erfolgreicher Teilnahme an einem Multiplikatorenseminar sind die Seminarteilnehmerinnen und Teilnehmer in der Lage, selbstständig Seminare zur Interkulturellen Kompetenz in anderen Feuerwehren abzuhalten. Für die Ansprechpartner/-innen für Integration ist die Teilnahme am Seminar obligatorisch.

Ansprechpartner für Integration

Aufgaben und Tätigkeiten der/des AP für Integration, die mit Unterstützung eines aufzubauenden Netzwerks aus Feuerwehrangehörigen wahrzunehmen sind:

  • Ansprechpartner/in für Fragen zum Umgang mit Vielfalt (Integration, interkulturelle Öffnung) inner- und außerhalb der Feuerwehr; Weitergabe von Informationen zwischen den einzelnen Ebenen (Kommune, Kreis, Bezirk, Land, Bund).
  • „Türöffner“ für das Thema in den Reihen der Feuerwehr. Dies reicht von der
  • ersten Sensibilisierung zur interkulturellen Öffnung bis zur Planung und Durchführung konkreter Projekte.
  • Vermittler/in bei Konfliktsituationen sowohl auf dienstlicher Ebene als auch
  • auf sozialer Ebene unter anderem in Einsätzen (beiderseits Verständnis wecken durch Erklären kulturell bedingter Handlungsweisen etc.)
  • Aufbau und Koordination von Netzwerken innerhalb und außerhalb der Feuerwehr;
  • Identifikation von Ansprechpartnern in politischen Gremien, religiösen Vereinigungen etc., Verwaltung und Ausbau der Kontakte (innerhalb des Zuständigkeitsbereichs).
  • Information über Struktur und Aufgaben der Feuerwehr nach außen, unter anderem bei Migrantenselbstorganisationen, Integrationsräten etc. (veranstaltungsbezogen sowie -unabhängig)
  • Organisation und Wahrnehmen von Terminen der Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Medien), Vorbereitung von Informationen zum Thema
  • Begleitung und Organisation der Seminare zur interkulturellen Öffnung
  • Eine enge Verknüpfung zwischen dem AP für Integration und dem jeweiligen Integrationsbeauftragten der Kommune/des Kreises ist wünschenswert.
  • Der/die Ansprechpartnerin sollte aus Gründen der Akzeptanz Feuerwehrmitglied sein. Eine Führungsposition wird nicht vorausgesetzt.
  • Der/die Ansprechpartner/-in sollte über möglichst vielfältige Kontakte innerhalb und außerhalb der Feuerwehr verfügen.
  • Ein eigener Migrationshintergrund ist keine Voraussetzung. Persönliches Engagement und eine positive Einstellung gegenüber der interkulturellen Öffnung dagegen schon.
  • Kompetenz und Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit sind von Vorteil.
  • Die Teilnahme an einem Grundlagenseminar zur Interkulturellen Kompetenz sowie die Teilnahme an einem Multiplikatorenseminar werden vorausgesetzt.

Kontakt AG Leitung:

Christina Koß

Christina Koß

(MIK NRW)

Telefon:

0211 871-2425

 

Christina.Koss@mik.nrw.de

Kontakt zu Ansprechpartnern unserer Pilotfeuerwehren:

Feuerwehr Ahlen :

Walter Wolf

E-Mail; Homepage

Feuerwehr Bergneustadt: 

Michael Stricker

E-Mail; Homepage

Feuerwehr Dorsten:

Björn Malinowski

E-Mail; Homepage

Feuerwehr Duisburg:

E-Mail; Homepage

Feuerwehr Gladbeck:

Stephan Jung

E-Mail, Homepage

Coaching-Feuerwehr Arnsberg:

Peter Krämer

E-Mail; Homepage

Best Practise Beispiele:

  • Neuartiges Einsatz-Wörterbuch der Feuerwehr Arnsberg soll Verständigung erleichtern.

Mehr Informationen zum Einsatzwörterbuch

Einsatzwörterbuch zum Download

  • Die Arnsberger Feuerwehr stellt sich asylsuchenden Menschen in Arnsberg vor.

Mehr Informationen

  •  DFV Fachempfehlung "Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung für Flüchtlinge"

Mehr Informationen

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Flyer 

Pilotprojekt 1

Pilotprojekt 2